Impulskontrolle…

Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

ich bin ein eher ungeduldiger Mensch. Mit mir selber bin ich sowieso immer ungeduldig und mit Anderen eben auch.

Für meine Arbeit als Sozialpädagogin und Mediatorin in Strafsachen musste ich lernen wenigstens mit anderen Menschen Geduld zu haben. Trotzdem neige ich zum Beispiel dazu Anträge für meine Klienten auszufüllen und ihnen währenddessen zu erklären was ich mache, weil es mich irre macht, wenn Jemand schon gefühlte 5 Minuten braucht um die Kästchen mit den persönlichen Daten auszufüllen.

Auch meine Mitarbeiterinnen würde ich manchmal gerne umhauen, wenn sie mich rufen, weil das Internet nicht funktioniert und ich einfach nur das Lan-Kabel wieder richtig einstecke, dass sich beim Staubsaugen gelockert hat. Aber zum einen darf man als Chef keine Mitarbeiter schlagen (habe ich gehört) und zum Anderen machen sie es ja nicht absichtlich (hoffe ich zu mindestens).

Und natürlich bin ich auch mit Tiffy manchmal ungeduldig. Herrgott nochmal, wir sind schon 100000 Mal an LKWs mit laufendem Motor vorbeigelaufen ohne das die explodiert sind! Trotzdem ist es jedes Mal ein großes Drama. Und ja, ich gebe es zu: Manchmal würde ich sie gerne schütteln und anschreien oder in Tränen ausbrechen, wenn wir wieder und wieder einen Kampf austragen, den wir schon so verdammt oft ausgetragen haben (wir miteinander gegen die Angstauslöser der Welt; nicht Tiffy und ich gegeneinander). Aber ich tue es nicht. Sie macht das ja nicht um mich zu ärgern und außerdem wäre das für unser Ziel sowieso total kontraproduktiv.

Am schlimmsten ist es natürlich, wenn ich das Gefühl habe, dass sie mich ärgern will und absichtlich ungehorsam ist. Heute gingen wir zum Beispiel wie jeden Mittwoch mit Shep spazieren. Tiffy darf die Sackgasse hoch zum Feld inzwischen eigentlich ohne Leine laufen, weil sie normalerweise immer brav hinter Shep hertrottet und sich auf Handzeichen am Rand hinsetzt, wenn ein Auto vorbeifährt… nur heute halt nicht. Heute fuhren zwei Autos an uns vorbei und Tiffy trödelte gemütlich auf der Straße herum, blieb vor dem einen Auto stehen um mich fragend anzugucken, während ich sie hektisch aufforderte beiseite zu gehen und zugleich Shep festhielt. Ich sage es euch ganz ehrlich. Am liebsten hätte ich sie am Geschirr gepackt, auf Gesichtshöhe hochgezerrt und sie angebrüllt was zur Hölle eigentlich in sie gefahren ist. Habe ich aber natürlich nicht gemacht. Ich habe sie zu mir gerufen, sie gelobt, weil sie gekommen ist und habe sie an die Leine genommen.

Später im Wald trafen wir einen Mann mit einer hübschen Jagdhündin. Ich hatte gerade Sheps Hinterlassenschaften eingetütet und die Hündin deshalb erst bemerkt als der Mann nach ihr rief. Ich ging etwas beiseite, lotste Tiffy hinter Shep und nahm den Krawallbären kurz. Die Hündin ignorierte den Ruf ihres Besitzers und kam neugierig auf uns zu. Shep regte sich furchtbar auf, stand halb auf den Hinterbeinen, stemmte sich in die Leine und bellte wie ein Verrückter. Die Hündin umkreiste uns und ignorierte nach wie vor ihr Herrchen. Dieser rief zunehmend zorniger nach ihr, vor allem nachdem er nach ihr griff, sie ihm auswich und sich uns von der anderen Seite näherte.

Dann erreichte er die Hündin, packte sie am Halspelz, wobei er auch ihr Schlappohr erwischte, zerrte sie mit sich, warf sie vor sich auf den Weg und brüllte sie dabei an. Ich rief: „Bitte hören Sie auf! Sie tun ihr doch weh! Es ist doch nichts passiert! Bitte nicht!“ Mehr war mir leider in dem Moment nicht möglich, weil Tiffy sich hinter mir versteckte und Shep sich nun natürlich noch mehr aufregte.

Der Mann ignorierte mich, forderte ein Sitz und ein Platz von ihr ein, leinte sie an und trollte sich schimpfend den Weg entlang. Ich beruhigte beide Hunde und trottete mit ihnen nach Hause, während ich beiden erklärte, wie brav und schön sie sind, mehr um mich selbst zu beruhigen als sie.

Warum aber schreibe ich das Alles? Nun, weil ich den Impuls des Mannes verstehen kann. Ich glaube nicht, dass er ein schlechter Mensch ist, oder das er seine Hündin nicht gern hat. Um das einschätzen zu können müsste ich ihn auch besser kennen. Nur hat er hier definitiv die Grenze überschritten, die wir nicht überschreiten sollten.

Immer wieder, wenn ich mit Hundebesitzern oder auch beruflich mit Eltern spreche, sage ich folgenden Satz: „Vergiss nicht, dass er/sie das nicht tut um dich zu ärgern!“ Die Hündin wollte nicht ungehorsam sein. Sie war nur neugierig und die Befriedigung der Neugier war ihr in den Moment wichtiger.

Wenn Tiffy auf der Straße rumtrödelt, dann nicht, weil sie mich und die Autofahrer in den Wahnsinn treiben möchte, sondern weil sie vielleicht gerade vergessen hat, dass wir das nicht machen oder weil sie etwas gerochen hat, dass sie ablenkt oder aus welchen Gründen auch immer. Wenn ich Tiffy packe und schüttle, dann lernt sie nicht, dass Autos gefährlich sind, sondern das ich eine absolut unberechenbare Gefahr darstelle. Ausserdem fühle ich mich danach sicher nicht besser, sondern wie der letzte Abschaum. Und ich kann nur hoffen, dass der Mann sich heute auch echt schlecht gefühlt hat danach und das er sowas nicht mehr macht.

Wie ist das denn bei euch? Wollt ihr euren Vierbeinern auch manchmal an den Kragen?

Viele Grüße,

Karen und Tiffy

O-Ton

Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

wie ihr vielleicht wisst, gehe ich seit inzwischen 5,5 Jahren jeden Mittwoch mit meinem Patenhund Shep Gassi und seit ich Tiffy habe findet dieses Mittwochsdate eben zu dritt statt.

Heute möchte ich euch einmal mitnehmen auf so ein Gassi und euch in Form von Zitaten meinerseits an der Freude und inneren Ruhe teilhaben lassen, die man durch so einen gemütlichen Spaziergang mit zwei lieben Hunden erfahren darf…

„Also dann mal los.“

„Halt doch mal still! Nicht wegdrehen!“

„Wir gehen ja gleich los, aber wenn du so rumzappelst kriege ich den Karabiner nicht dran!“

„Okay! Benehmt euch!“

„Tiffy hier her!“

„Hinter mich!“

„Da kommt ein Auto!“

„Kannst du vielleicht einmal den Weg gehen, den Shep und ich auch gehen? Brauchst du immer eine Extrawurst?“

„Shep was zum… AUS! Sofort aus! Was zum…? Oh mein Gott!“ *würgegeräusch* Wie kann man nur so widerlich sein? Wenn ich den irgendwann mal erwische! Der frisst seine eigenen Hinterlassenschaften! Du gehst jetzt bei mir! Wenn du das nochmal machst, dann läufst du in Zukunft an der 50 cm Leine! Für den Rest deines Lebens!“

“Wo ist jetzt das andere Monster wieder?“

Tiffany!

„Wo ist die denn jetzt wieder?“

„Ah da!“ *tütenraschelgeräusch*

„Wo hat die jetzt? Ah ja klar. Jetzt muss der Herr natürlich auch…“

*mehrtütenraschelgeräusch* *Tütenrollenrunterfallgeräusch*

„War ja wieder klar jetzt! Tiffy! Hier her! Nicht zu dem anderen Hund! Zurück!“

*Naturgeräusche*

„Was zum…! Wie bist du denn jetzt da rüber gekommen? Sofort raus da! Du kommst jetzt auf der Stelle wieder auf diese Seite vom Zaun! Raus da, hab ich gesagt!“

Aua! Wenn du mir das Handgelenk abreissen willst, mach nur so weiter, Don Rambus!“

Du kommst jetzt auf der Stelle hier her, Tiffany! Sonst gehst du für immer an der Leine!

“Und jetzt beide Sitz! Wie könnt ihr so süß und gleichzeitig solche flauschigen, kleinen Arschlöcher sein?“

„Da braucht ihr gar nicht so dämlich zu grinsen!“

*Naturgeräusche*

„Oha, wo kommt den jetzt der Hund her?“

„Shep! Nein! Lass ihn! Du bist zu wild! Nein!“

(laut)

„Hallo! Ja, der ist ein bisschen aufgeregt… Haha…“

(leise)

„Wenn dein Köter zu Alt für solche Spielchen ist, dann lass ihn vielleicht nicht her, wenn du siehst, dass meiner komplett ausrastet… Dämliche Kuh mit deinem perfekten kleinen Cäsarhund!“

„Warum müsst ihr zwei euch eigentlich immer aufführen wie der Sonderschulausflug?“

„Könntet ihr euch mal auf ein Tempo einigen?“

„Ich muss da kurz an den Mülleimer! Bleib doch mal stehen! Nicht in die Leine! Tiffy zurück! Ach Gott, dann geht halt der Shep unter der Leine durch, wenn du dich nicht drüber traust!“

„Da kommt ein Auto! Rüber! Rüber! Ne! Beide auf die gleiche Seite!“

„So! Da sind wir wieder!“

Ihr seht also, so ein Mittwochsgassi mit Tiffy und Shep ist etwas ganz Besonderes…

Viele Grüße,

Karen

Indihundo Jones und die Jagd nach dem Kristallkauknochen…

Liebe Menschlinge und Hundefreunde,

wir waren in letzter Zeit ganz schön still und wahrscheinlich habt ihr uns vermisst. Wir wollten euch auch ganz viel schreiben, hatten große Idee und dann starb plötzlich der Vater von meiner Menschin und alle Pläne waren irgendwie über den Haufen geworfen. Aber davon soll sie euch irgendwann Mal selber erzählen.

Ich wollte euch heute nämlich eine Abenteuergeschichte erzählen. Ich bin nämlich eine ganz schön tapfere Tiffy und meine Freundin Amy hat gesagt, dass ich wie Indihundo Jones in „Die Jagd nach dem Kristallkauknochen“ bin.

Wenn ich nämlich das Abenteuer wittere, dann kenne ich keine Angst mehr, dann kann mich nichts aufhalten. Nichtmal Arthur schenke ich dann noch meine Aufmerksamkeit. Ich habe nur noch mein Ziel vor Augen und verfolge dies mit erbarmungsloser Konsi…, erbarmungsloser Konsä… naja, ich verfolge es eben erbarmungslos!

Wir waren nämlich wieder an der Ostsee und da gibt es doch diese tollen Kletterfelsen und ich bin ganz alleine da hoch geklettert und die Menschin musste nur ein einziges Mal hinterher klettern, weil ich den Weg nach unten nicht mehr gefunden habe. Aber die anderen Male war ich ganz alleine da oben und bin auch ganz alleine wieder runter geklettert. Und wenn man ganz viel Glück hat, gibt es oben an den Felsen sogar leckere Grasbüschel die man futtern kann oder man findet etwas Interessantes in dem man sich wälzen kann.

Und der Strand ist ja eh klasse. Da sieht es jeden Tag anders aus, man kann ganz toll durch den Sand wetzen und Kekse suchen und spielen und die Wellen geben dem Ganzen immer einen Hauch von Gefahr.

Macht ihr eigentlich auch so gerne Urlaub wie ich?

Viele Grüße, eure Tiffi

Selbsternannte Hundeprofis (Blogparade)

Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

Tiffys Freundin Shiva und ihr Frauli haben zu einer Blogparade aufgerufen und da reihen wir uns natürlich auch ein.

Grundsätzlich stelle ich mal die Behauptung in den Raum, dass ich sehr offen und zugänglich für Tipps und Vorschläge bin. Ich profitiere gerne von den Erfahrungen anderer und insbesondere in Hinsicht auf Tiffys Arthrose bin ich für neue Ideen und Anregungen immer Dankbar.

Es gibt aber eine Sache, mit der komme ich überhaupt nicht gut zurecht. Und das ist die „ich weiß Alles und du Nichts Einstellung“ mancher Leute. „Was ich sage ist Gesetz!“, „Ich spreche nur die Wahrheit und meine Erfahrungen gelten für alle Hunde auf der Welt“

Ganz im Ernst, da stellt es mir die Nackenhaare auf! Ich will euch ein paar Beispiele nennen, damit klarer wird, wovon ich spreche.

Zieh ihr besser ein Geschirr an:

Neulich Abend ging ich mit Tiffy eine Runde um den Block. Da es ja nur eine kurze Runde werden wollte, nahm ich nur Halsband und Leine mit und kein Geschirr. Im letzten Drittel der Strecke, merkte ich plötzlich, wie sich Tiffy anspannte (ich schaute gerade aufs Handy, weil ich nebenher Wizards Unite spielte… wer ohne Sünde ist, werfe das erste Smartphone…) und hörte Jemanden brüllen. Im Hochschauen sah ich eine Bulldogge quer über Feld auf uns zudonnern und einen Mann, der rufend hinterher stürmte. Ich trat dem Tier in den Weg und brüllte es an, weshalb der Bulli einen Haken schlagen musste und nicht mit voller Wucht in Tiffys Seite preschen konnte. Trotzdem begann er Tiffy zu bedrängen und schwups, war sie auch schon aus dem Halsband geschlüpft und auf der Flucht. Dank 2,5 Jahren Bindungsarbeit konnte ich Tiffy wieder zu mir rufen. Praktischerweise bekam ich dabei den Bulli am Geschirr zu fassen, der ihr ja immer noch auf den Fersen war und konnte ihn an seinen hysterischen Besitzer übergeben, der sich immer wieder versuchte zu entschuldigen und mir unbedingt helfen wollte, Tiffy wieder einzufangen. Nachdem ich ihn mit knappen Worten weggeschickt hatte, ging ich auf Tiffy zu. Sie setzte sich auch hin um sich anleinen zu lassen, wich mir jedoch jedes Mal aus, wenn ich ihr das Halsband umlegen wollte, weil sie das schon im Haus kaum ertragen kann und es draußen viel zu schlimm für sie war. Ich musste also meinen nackten Hund, ohne Leine, an der Straße entlang nach Hause führen.

Diese Geschichte, beschrieb ich in der Facebookgruppe, in der sich die Besitzer der „Ein Herz für Streuner“ Hunde austauschen um die Wichtigkeit der doppelten Sicherung in der Zeit nach der Adoption zu betonen. Ein kommentar zu meinem Beitrag lautete „Zieh ihr doch besser ein Geschirr an! Meine Hündin kommt mit Halsband gar nicht klar.“

Ähm… okay. Weil deine Hündin mit Halsband nicht klar kommt, soll ich meiner jetzt ein Geschirr anziehen? Zum einen kam in meinem Beitrag deutlich heraus, dass Tiffy üblicherweise ein Geschirr trägt. Zum anderen, hat Tiffy am Geschirr deutlich mehr Probleme als am Halsband und in Angstsituationen ist sie nur am Halsband führbar.

Asphalt ersetzt Krallenpflege:

Nöle, einer von Tiffys lieben Twitterfreunden, beschwerte sich darüber, dass er schon wieder eine Pfotiküre (Krallen schneiden und pfeilen) über sich ergehen lassen müsse.

Jemand schrieb: „Also wenn man regelmäßig Asphalt läuft, spart man sich das.“

Das ist einer dieser wahnsinnig hartnäckigen Mythen und entsprechend hätte diese Aussage an sich mich noch gar nicht gestört. Das die Dame allerdings auf entsprechende Versuche der Richtigstellung von verschiedenen anderen Twitterern extrem beleidigt reagierte und diese zum Teil blockierte, lies mich doch etwas stärker mit dem Kopf wackeln.

Der arme Hund:

Mein persönliches Highligt an aggressiver Einmischung war eine Dame, die auf einen Twitterpost von Tiffy bezüglich der Arthrose mit zunächst freundlichen Tipps reagierte. Ich solle doch mal Traumeel probieren und ein Nahrungsergänzungsmittel (habe ich leider wieder vergessen). Ich bedankte mich artig, stellte kurz klar, dass Homöopathie und ich nicht zusammen kommen und ich deshalb kein Traumeel verwende und fragte genauer nach dem Nahrungsergänzungsmittel, weil ich davon noch nichts gehört hatte und es wirklich interessant klang.

Die nächste Nachricht der Dame war bereits etwas weniger freundlich, was wohl auf meine persönliche Ablehnung von Hömöopathie zurück ging, die sie als persönliche Beleidigung all ihrer Werte und Lebenseinstellungen auffasste (anders kann ich mir das nicht erklären). Aber als Weltretter versuchte sie natürlich noch mich und meinen Hund zu retten und legte mir nahe die Schmerzmittel weg zu lassen, weil die nicht wirksam seien. Wenn ein Schmerzmittel nämlich nach spätestens drei Tagen keine vollkommene Schmerzfreiheit erwirkt, ist es absolut wirkungslos!

Und nun begann der Spaß erst richtig. Ich merkte nämlich an, dass mir dies zum Einen aus meiner persönlichen Erfahrung anders bekannt wäre und mir dies von Tiffys Tierärzten auch anders erklärt worden sei. Daraufhin antwortete sie, dass die Tierärzte ja schließlich nur Geld machen wollten und deshalb keinerlei Interesse an einer Schmerzfreiheit des Hundes hätten, weil ich sie dann schließlich nicht mehr bezahlen würde (jetzt wisst ihr es, ihr Tierärzte da draußen…). Ich bat sie, nach wie vor höflich, an dieser Stelle einen Punkt zu machen, da mindestens Tifffys Haustierarzt über jeden Zweifel erhaben und ausserdem ein guter Freund der Familie sei (eigentlich von Sheps Familie, aber so genau wollte ich das mit dieser frau dann auch nicht diskutieren). Darauf antwortete sie mit: „Der arme Hund!“

Nun gut. Danke für das Gespräch! Ich habe sie danach blockiert und sie mich auch.

Ich könnte noch unmengen dieser Beispiele erzählen. Menschen die mich auf der Straße ansprechen, weil mein Hund humpelt und mir zum Teil aggressiv nahe legen zum Tierarzt zu gehen und mir nicht glauben wollen, dass sie bereits in Behandlung ist. Menschen, die mir zur Horizontaltherapie raten und nicht gelten lassen, dass Tiffy sich eher in unserem Gartenteich ertränken würde, als sich Strompads auf die Füße kleben zu lassen und so weiter.

Diese Menschen wissen nämlich viel besser, was für meinen Hund richtig und falsch ist und alle meine Erfahrungen mit diesem besonderen Hund, als das gesammelte Wissen und unsere Beziehung sind nichtig, im Schatten ihrer leuchtenden Weisheit…

Viele Grüße,

Karen und Tiffy

Schatten und Licht…

Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

Tiffy und ich waren vor kurzem, wie jedes Jahr im August, an der Ostsee. Doch dieses Mal ist die Urlaubsfreude etwas getrübt. Zwar war durch die Röntgenbilder schon klar, dass Tiffys Arthrose schlimm ist, doch die CT Bilder haben nochmal verdeutlicht, wie schlecht es tatsächlich um ihren Ellbogen steht.

Der rechte und linke Ellbogen im Vergleich.

Zudem heilte die Brustwunde von der Entfernung des Knubbels sehr schlecht ab. Am 24.07. wurden sowohl am Ellbogen als auch an der Brust die Fäden gezogen. Die Beinwunde war schnell zu und selbst die Narbe ist kaum noch zu sehen. Die Brust hingegen ist nach wie vor dick, ein bisschen rot und der Riss verwächst sehr langsam. Eine Woche nach dem Fäden ziehen war ich hier oben an der Ostsee bei einer Tierärztin, die sich die Wunde nochmal angesehen hat. Sie vermutet, dass Tiffy den selbstauflösenden Unterfaden nicht so gut verträgt und die Wunde deshalb nicht so gut abheilt. Ihre Empfehlung war, einfach abzuwarten und Geduld zu haben. Kurz danach meldete sich jedoch eine liebe Twitter-Followerin von Tiffy, die mir Propolis empfahl und uns auch gleich per Expressversand zwei Fläschen zukommen lies. Doch darauf werde ich in einem extra Beitrag nochmal genauer eingehen.

Nun versuchten wir trotzdem aus unserem Urlaub das beste zu machen. Tiffy liebt den Strand und klettert für ihr Leben gern über die großen Steine, die hier für den Uferschutz verwendet werden. Ich bekomme zwar jedes Mal einen halben Herzinfarkt, wenn sie so rumturnt, will ihr diese Freude aber auch nicht verwehren. Nach einer Woche Urlaub mit meiner Mutter, kamen meine besten Freunde mit Tiffys Shep in unserem Ferienhaus an und wie immer blühte Tiffy in der Gesellschaft ihres flauschigen Seelenbruders, Bodyguards, Therapeuten und wunderbaren Kumpels regelrecht auf.

Es ist besser, ein einziges kleines Licht anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen

Konfuzius ( 1972: Begegnung, Band 12, Seite 31, Verlag Begegnung )

Und tatsächlich hat diese ganze OP Geschichte bittersüßerweise einige positive Nebeneffekte.

Anhänglichkeit

Tiffy ist seit der OP deutlich schmusebedürftiger und anhänglicher. Sie fordert von den Menschen die sie kennt und denen sie vertraut und vor allem von mir selbst sehr viel mehr Streicheleinheiten ein und ist auch gegenüber freundlichen Fremden offener und zugänglicher. Sie nimmt eher Körperkontakt auf und sucht Trost, wenn sie sich nicht so wohl fühlt.

Bitte kuscheln!

Aushalten

Durch die Notwendigkeit der vielen Tierarztbesuche und der regelmäßigen Wundkontrolle und -versorgung wehrt sie sich nicht mehr so rigoros dagegen angefasst, untersucht und in verschiedene Positionen gebracht zu werden. Toll findet sie es natürlich nicht. Aber sie ergibt sich in ihr Schicksal und legt sich inzwischen freiwillig auf die Seite und hebt die Pfote, damit ich an die Brustwunde komme, wenn ich micht den Utensilien zur Wundversorgung an ihr Bett trete.

Nach der Wundversorgung.

Gehorsam

Tiffy ist ja ein Hund, der grundsätzlich gerne gefallen will. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass dieses gemeinsam durch eine schwierige Zeit gehen, an ihrer Seite sein, auf der Couch schlafen um sie zu bewachen und ihr beizustehen ihren „Will to Please“ mir gegenüber nochmal deutlich verstärkt hat. Sie ist beim Gassi gehen besser abrufbar, fordert aktiv Trainingseinheiten ein und gibt sich besonders viel Mühe mir zu gefallen.

Ich warte auf deine Anweisungen!

Liebe Grüße,

Karen und Tiffy

Eine lange Woche…

Montag

Letzten Montag war der große Tag. Ich brachte Tiffy um 8 Uhr in die Tierklinik und überließ sie einem sehr netten Oberarzt. Trotzdem brach mir ihr Blick, als ich ging fast das Herz und als ich vorne an der Theke nochmal meine Telefonnummer abglich, hörte ich mein kleines Mädchen hinten über das Linoleum schlittern und musste mich sehr beherrschen um nicht zu weinen.

Im Wartezimmer…

Der Arbeitstag verlief für mich eher unproduktiv. Kurz nach der Mittagspause kam zu, Glück bereits der Anruf, dass Tiffy wach war und es ihr soweit gut ging. Sie sollte noch eine Infusion und etwas Wärme bekommen und um 16 Uhr dürfte ich sie holen.

Um 15.40 stand ich also wieder in der Klinik. Mein Auto etwas dreist am Rand der Zufahrt geparkt. Aber alle Parkplätze waren voll und ich wollte mit dem frisch operierten Hund nicht weiter laufen als nötig.

Nach kurzer Zeit im Wartezimmer hörte ich Jemanden über den Flur schlittern. Der Stationsarzt kam mit Tiffy ums Eck. Meine arme Maus war überall nackt und verpflastert und konnte noch nicht so richtig geradeaus gucken. Ich nahm sie mit ins Wartezimmer, während der Stationsarzt eine. freien Raum zur Besprechung suchte. Tiffy sah mich immer wieder kurz an, wedelte und vergaß dann wohl, dass ich da war und versuchte durch das bodentiefe, geschlossene Fenster nach draußen zu gelangen um mich dann wieder anzugucken und kurz zu wedeln. Eine Frau die mit ihrer Katze wartete guckte Tiffy ganz erschrocken an und fragte ob sie wohl angefahren worden sei.

Ausbeute der Arthroskopie…

Während der Besprechung mit dem Arzt fiel auf, dass Tiffys Brustpflaster durchsuppte. Er nahm sie also nochmal kurz mit um das Pflaster zu wechseln, während ich an der Theke all mein Geld hinterließ und mein Erstgeborenes und meine Seele verpfändete. Im nachhinein habe ich mich geärgert, dass ich nicht gefragt habe ob ich beim Pflasterwechsel zugucken kann. Es ging nämlich relativ fix und ich hätte gerne gewusst wie die Tiffy festgehalten haben um das zu schaffen.

Nun dackelten Tiffy und ich endlich zum Auto. Ich wollte sie eigentlich reinheben, weil sie ja nicht springen sollte. Sie wich meinem Arm aber geschickt aus, schlüpfte an mir vorbei und saß schon auf der Rückbank, ehe ich richtig gucken konnte. Es ist erstaunlich wie schnell sie selbst dann noch ist, wenn sie eigentlich völlig neben sich steht. Auf der Rückfahrt jammerte sie viel. Leider brauchten wir statt der üblichen 30 Minuten ganze 1,5 Stunde n, weil wir in den münchner Feierabendverkehr gerieten.

Dienstag

Den Tag nach der OP verbrachte Tiffy bei meiner Mutter, da ich im dritten Stock ohne Aufzug arbeite und an diesem Tag einen längeren Aussentermin hatte. Schon beim Abholen sagte mir meine Mutter, dass Tiffy den Tag über immer mal wieder Durchfall hatte.

Kaum Zuhause schaffte es Tiffy irgendwie sich mit der Hinterkralle das Brustpflaster halb zu entfernen. Ich legte also Mull und Pflaster bereit, die man mir in der Klinik mitgegeben hatte und begann vorsichtig das restliche Pflaster zu lösen. Tiffy weinte erbärmlich und wehrte sich nach Kräften. Also holte ich eine Schüssel mit warmem Wasser und durch vorsichtiges anfeuchten der Pflasterränder, konnte ich es schließlich lösen. Das Anbringen des neuen Pflasters war ein Kampf und ich hatte definitiv ungefähr 8 Arme zu wenig. Schließlich sah ich mich gezwungen Tiffy sehr laut und deutlich mitzuteilen, dass sie liegen bleiben muss. Das zeigte Wirkung, tat mir aber natürlich schrecklich leid.

Improvisierter Schutzärmel…

Nachdem wir fertig waren und Tiffy wieder in ihrem Schutzshirt steckte, kontte sie sich gar nicht beruhigen. Sie hechelte, wanderte durchs Wohnzimmer, kam immer wieder zu mir zum streicheln. Ich kapierte zu spät, dass das gar nicht ausschließlich an der Pflasterodysee lag, sondern daran, dass sie dringend musste. Tiffy wusste sich schließlich nicht mehr zu helfen und hockte sich auf den Boden.

Dies war der Beginn einer furchtbaren Nacht, in der ich niemals eine Stunde am Stück schlief, weil die Maus dann wieder raus musste.

Mittwoch

Morgens fuhr ich gleich mit ihr zum Tierarzt, der ihr eine Spritze gab und verordnete die Schmerzmittel nach Möglichkeit nicht mehr zu geben. Ausserdem bekamen wir noch riesige Magentabletten mit.

Der restliche Tag verlief recht ruhig. Nach dem Tierarzt nahm ich Tiffy mit zu einem zweistündigen Termin in unserer Aussenstelle, den sie friedlich verschlief. Danach nutzte ich meine Leitungsprivilegien schamlos aus und arbeitete im Homeoffice weiter.

So müde nach der letzten Nacht

Tiffy hatte Mittags nochmal Durchfall und danach war Ruhe. Die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag schlief sie gut durch.

Donnerstag

Donnerstag nahm ich Tiffy das erste Mal wieder mit in die Arbeit. Ich ging sehr zeitig los und wir nahmen den Weg ganz gemächlich. Trotzdem war Tiffy völlig fertig als wir ankamen und musste erstmal ganz viel schlafen.

Nachmittags musste ich zu einem kurzen Aussentermin und bat unsere Verwaltungskraft ein Auge auf Tiffy zu haben. Kurz nachdem ich weg war, ging sie in mein Büro und stellte fest, dass Tiffy nicht mehr in ihrem Bett lag. Nach einer kurzen Suche fand sie die Flüchtige auf dem Balkon, wo Tiffy sich versteckt hatte um in Ruhe zu versuchen ihr T-Shirt abzulegen. Als ich zurückkam, lag Tiffy beleidigt in ihrem Bett, weil sie geschimpft bekommen hatte. Obwohl meine Mitarbeiter sonst niemals mit ihr schimpfen.

Am Abend fuhren Tiffy und ich mit dem Bus nach Hause, weil ich ihr den Weg nicht nochmal zumuten wollte. Dafür, dass sie vorher noch nie Bus gefahren ist und Angst vor Bussen hat, war sie sehr tapfer.

Die erste Busfahrt

Die Nacht von Donnerstag auf Freitag war sehr unruhig, weil Tiffy ständig versuchte an ihren Wunden rumzulecken.

Freitag

Tiffy und ich wollten wieder mit dem Bus in die Arbeit. Leider erwischten wir den falschen Bus, weil ich nicht wusste, dass es für die gleiche Busnummer noch eine Sonderline für die Schulen gibt und mussten dann doch noch ein Stück laufen.

Erschöpft in der Arbeit…

Trotzdem war der Arbeitstag recht kurz und ereignislos. Ich rief Vormittags in der Klinik an und erkundigte mich nach dem Befund des Knotens. Man sagte mir, dass ein Ergebnis vorliegt und der Arzt mich zurück rufen würde.

Mittags mussten wir dann nach Hause laufen, weil aufgrund des Altstadtfestes keine Busse mehr durch die Innenstadt fuhren.

Nachmittags kam meine Mutter für zwei Stunden vorbei und passte auf Tiffy auf, damit ich ohne Sorgen zum Friseur gehen konnte.

Am Abend war Nachkontrolle beim Tierarzt. Er war zufrieden, weil der Durchfall so schnell weg war. Die Pflaster fand er noch okay und sagte, dass die sich einfach von selbst ablösen sollen und dann auch keine neuen mehr drauf müssen.

Entsetzt reagierte er, als er erfuhr, dass in der Klinik keine selbstauflösenden Fäden verwendet wurden und er die ziehen muss. Er gab mir ein pflanzliches Beruhigungsmittel mit, dass Tiffy morgens und Nachmittags vor dem Termin einnehmen soll. Trotzdem bat er mich sie nach dem Frühstück nüchtern zu lassen, weil die Wahrscheinlichkeit, dass eine Sedierung notwendig wird sehr hoch ist.

Nach dem Tierarzt rief ich nochmal in der Tierklinik an. Der Arzt sei im OP. Vielleicht würde er noch heute anrufen, aber eher am Montag.

Kurz vor 21 Uhr klingelte mein Handy. Der Arzt war endlich aus dem OP raus. Der Knoten war gutartig. Nur ein Fettgeschwulst. Berge fielen von meinem Herzen. Tiffy fand es hauptsächlich irritierend, dass ich sie abknutschte.

Die Nacht war wieder unruhig, da Tiffy ständig an sich rumleckte.

Samstag

Der Samstag kam heiß und sonnig daher. Morgens fuhr ich mit Tiffy zur Hundewiese, was sie sichtlich genoss, auch wenn wir nicht so weit gehen konnten, weil sie immer noch recht stark humpelt.

Danach wusch ich Tiffys Schutzkleidung im Schnellwaschgang und hängte sie dann raus in die Sonne zum trocknen. Da alles so schlimm juckte, musste ich sie die ganzen zwei Stunden kraulen und streicheln, damit sie nicht kratzte und leckte.

Gerupftes Hundehuhn…

Bevor ich sie wieder anzog, cremte ich alle rasierten Stellen und die Pflasterränder mit einer hypoalergenen Hautcreme ein um den Juckreiz zu lindern. Tiffy war kurz skeptisch, genoss das eincremen dann aber sehr.

Am Abend lies ich Tiffy mit dem Mann alleine, da ich mit meinem Mittelalterverein für eine Feuershow gebucht war. Davon abgesehen, dass ich nach der Woche sehr müde war, hingen meine Gedanken auch durchgehen Zuhause bei Tiffy. „Ist alles okay?“ „Kommt der Mann klar, wenn sie sich das Pflaster abreisst oder eine Wunde aufgeht?“

Wieder Zuhause stellte ich fest, dass Tiffys Shirt zwar am Bauch etwas feucht vom lecken war, sonst war aber alles in Ordnung.

Die Nacht verlief recht entspannt.

Die Wut der Verzweiflung…

Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

als Tiffy zu mir kam hatte sie ungefähr 5 schlechte Jahre hinter sich. 5 Jahre in denen Menschen ihr Schlechtes getan haben. 5 Jahre in denen sie gehungert hat, frieren musste, ohne Schutz war und um ihr Leben kämpfte.

Ich versprach ihr also an ihrem ersten Abend, dass ich ihr dafür mindestens doppelt so viele schöne Jahre geben würde. Weil diese Seele von einem Hund es so sehr verdient hat, glücklich zu sein.

Doch langsam bekomme ich das Gefühl, dass ich mein Versprechen vielleicht nicht halten kann.

Zum einen ist da Arthur, der Tiffy immer wieder Schmerzen verursacht und ihre natürliche Freude an der Bewegung einschränkt. Und natürlich kann es nicht nur eine leichte Arthrose sein, die man gut behandeln kann. Nein. Natürlich muss es eine „End State“ Arthrose sein. Man kann zwar auch hier einiges machen um die Situation zu verbessern und wir scheuen weder Kosten noch Mühen alles Mögliche zu tun, doch letztendlich muss man der Wahrheit ins Auge sehen. Es wird der Tag kommen, an dem nur noch eine komplette Versteifung des Gelenks gegen die Schmerzen helfen wird. Einziger Lichtblick hier ist, dass Tiffys linker Ellbogen, ungewöhnlicherweise vollkommen gesund ist und sie somit gut ausgleichen kann.

Trotz Hinkebein für jedes Abenteuer zu haben.

In der Tierklinik in der ich Tiffy aktuell behandeln lasse geht man übrigens davon aus, dass die Arthrose ein Erbe ihrer Deutschen Schäferhund Vorfahren ist.

Als wäre dies noch nicht genug, entdeckte ich vor drei Tagen bei der Zeckenkontrolle in unserem bayerischen Wald Urlaub, knapp neben Tiffys Brustbein einen kleinen Knubbel. Da ich Mittwoch eh einen Termin in der Tierklinik hatte um das weitere Vorgehen wegen Arthur zu besprechen, lies ich das gleich untersuchen. Die Tierärztin vermutet einen Gesäugetumor. Ich lies also eine Zellprobe entnehmen und warte nun auf das Ergebnis.

So ein lieber Grinsekeks.

Und versuche nicht weiter darüber nachzudenken. Denn sonst schmerzt mein Herz so sehr. Es macht mich so wütend. Nur ist da niemand, auf den ich wütend sein kann. Aber es ist so unfair. Dieser Hund hat so viel gelitten und selber niemals etwas böses getan. Trotz ihrer furchtbaren Angst würde sie eher ihre Zähne verschlucken als einen Menschen zu beissen. Sie versucht immer zu gefallen und man sieht, wie unglücklich sie ist, wenn sie aufgrund ihrer Ängste manche Erwartungen nicht erfüllen, manche Befehle nicht befolgen kann. Wenn ein Mensch Angst vor vor hat, versucht sie verzweifelt zu beschwichtigen und zu gefallen, weil es ihr unbegreiflich ist, dass man sich vor vor fürchten kann.

Einmal so heldenhaft sein wie Tiffy…

So sitze ich also da. Mit Wut und Angst und weiß trotzdem , dass ich weiter alles für meine kleine Maus tun werde, egal wie das Ergebnis der Biopsie ausfallen wird. Vielleicht schaffen wir keine 10 Jahre. Aber wir werden die Zeit, die uns zur Verfügung steht verdammt nochmal gemeinsam genießen.

Eure Karen mit Tiffy

Mordred…

Liebe Menschlinge und Hundefreunde,

vor einigen Wochen trudelte bei uns Zuhause ein großes Paket von Shivas Frauli ein. Die Menschin war etwas erstaunt. Sie hatte Sandra eine DVD geliehen und entsprechend ein viel kleineres Päckchen erwartet.

Das öffnen dieses Pakets sollte mein Leben verändern. Auch wenn das jetzt vielleicht ein bisschen dramatisch klingt. Den neben der DVD, ein bisschen Süßkram für die Menschin, Naschzeug für mich und eine Stofffisch zum spielen, enthielt der Karton auch Mordred.

Mordred ist ein großer, kuschliger Stoffhund mit einem Reisverschluss am Popo. Durch diesen Reisverschluss kann man ihm eine kleine Wärmflasche oder ein Körnerkissen in den Bauch stecken und er gibt dann ganz toll lange warm. Vorher fand ich das mit dem Körnerkissen immer furchtbar doof, weil ich nie wusste wo ich meinen Kopf hinlegen sollte. Diese Körner drücken nämlich nach einer Weile ganz furchtbar im Gesicht. Aber Mordred hat einen ganz dick gepolsterten Rücken und ich kann mich prima an ihn kuscheln, während er meinen Ellbogen warm hält.

Die Menschin hat ihm übrigens den Namen Mordred gegeben. Weil er uns ja im Kampf gegen Arthur hilft und Mordred ist nunmal der einzige, der Arthur besiegen kann.

Mordred gehörte früher übrigens Sandras Hund Rocky, der leider nicht mehr lebt. Deshalb ist es mir eine ganz besondere Ehre, dass Sandra ihn mir vererbt hat. Gerade an einem Tag wie heute, wo es draußen kalt und nass ist und Arthur mir immer wieder in den Ellbogen beisst, bin ich sehr froh, dass Mordred da ist und die Schmerzen in Schach hält so, dass ich schlafen kann.

Habt ihr auch einen Gegenstand, der aus eurem Leben kaum noch wegzudenken ist?

Viele Grüße,

eure Tiffi

Der Esel und das Mäuschen…

 Liebe Blogleserinnen und Blogleser, 

Neulich begleitete meine Mutter Tiffy und mich bei unserem mittwöchlichen Spaziergang mit Sheppi. Während ich Shep reinbrachte wollte meine Mutter Tiffy schon mal ihr Geschirr anziehen.

Ich hörte, wie sie Tiffy aufforderte sich zu setzen und dabei immer strenger wurde. 

„Nicht so böse! Du musst freundlicher mit ihr reden, sonst funktioniert das nicht.“

„Du hast vorhin doch auch so streng mit ihr geredet!“

„Da hat sie nicht gehorcht, weil sie stur war und keine Lust hatte. Jetzt gehorcht sie nicht, weil sie verunsichert ist.“

„Und wie erkennt man da bitte den Unterschied?“

Ich habe zu tun!

Der sture Esel:


Das ist eine sehr gute Frage. Grundsätzlich gibt es bei Tiffy tatsächlich nur zwei Gründe für Befehlsverweigerung. Entweder Angst, oder Dickschädeligkeit. Beide auseinander zu halten mag für außenstehende recht schwierig sein. Ich finde es eigentlich sehr deutlich.

Tiffy verweigert einen Befehl, weil sie gerade etwas besseres zu tun hat oder einfach keine Lust. Oftmals steckt sie dabei bis über die Ohren in einem Mauseloch, gräbt die Wiese um oder rennt mit Karacho ins Unterholz. 

Ihre Ohren stehen dabei komplett vom Kopf ab (ausser bei der Mauselochversion, da sieht man die nicht). Ihr Schwanz ist gerade nach hinten ausgerichtet und die Brust geschwellt. Ein Ohr zuckt unwillig in meine Richtung, der Blick bleibt aber von mir abgewandt bzw. auf das Ziel gerichtet. Grundsätzlich ist Tiffy eh nur dann zu stur einem Befehl zu folgen, wenn sie einen aus ihrer Sicht guten Grund hat. Zum Beispiel etwas interessantes zwischen den Bäumen, eine Maus oder ein wichtiges Loch, dass geöffnet werden muss.

Ich weiß nicht ob das so gut ist…

Das Mäuslein:

Tiffy verweigert einen Befehl, weil sie Angst hat. Im Vorfeld steht oftmals eine verunsichernde Situation, ein zu grober Befehl, eine zu schnelle, zu weit ausgreifende Armbewegung. Ebenso kann es auch eine neue Situation oder ein noch nicht so bekannter Befehl sein.

In diesem Fall sind die Ohren angelegt, der Schwanz eher tief. Reaktion auf den Befehl können Beschwichtigungsversuche sein. Schnauze lecken, tiefes wedeln usw. Ebenso kann es sein, vor allem bei neuen Situationen oder Befehlen, dass sie versucht die Spannung durch herumalbern zu lösen. Eine Spielaufforderung macht und dann im Kreis um mich herumrennt oder sich hinsetzt und mir die Pfote anbietet um den unbequemen Befehl zu ersetzen.

Grundsätzlich läuft da viel nach Gefühl und je nachdem mit welchem Hintergrund Tiffy einen Befehl verweigert, fällt meine Reaktion eher streng oder eher besänftigend aus. 

Wie ist das bei euren Hunden? Gibt es unterschiede warum Befehle befolgt werden oder nicht?

Liebe Grüße,

Karen und Tiffy

Arthur und ein Waldspaziergang…

Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

letzten Dienstag hatte Tiffy ja nun den Röntgentermin wegen ihrer Arthrose. Den Maulkorb, den wir ihr vorsichtshalber vor der Narkosespritze anlegten, hätte sie eigentlich gar nicht gebraucht. Ihr Kopf steckte fest unter meinem Arm und sie wehrte sich nur wenig gegen die Behandlung. Dafür kämpfte sie umso heftiger gegen die Narkose, versuchte immer wieder auf die Beine zu kommen oder wenigstens den Kopf oben zu halten. Nur meine Hände in ihrem Gesicht konnten sie ein wenig beruhigen.

Ich trug sie mit dem Tierarzt in den Röntgenraum um durfte nach der Aufnahme sofort wieder rein. Tiffy versuchte den Kopf zu heben, lies ihn dann aber erschöpft in meinen Arm fallen als ich sie berührte.

Das Röntgenbild zeigte uns leider, dass der rechte Ellbogen von der Arthrose stark betroffen ist. Der Tierarzt gab uns noch was pflanzliches mit, wollte aber ansonsten erstmal abwarten, welche Erfolge die Physiotherapie bringt. In sechs Wochen möchte er dann das weitere Vorgehen besprechen. Leider erfuhr ich tags darauf, dass sich Tiffys Physiotherapeutin aus persönlichen Gründen aus dem Geschäft zurückgezogen hat. Also erstmal keine Behandlung mit dem tollen neuen Laser, sondern ein Termin im April bei ihrer Kollegin, Behandlung mit dem alten Laser und Gymnastik. Aktuell weiß ich noch nicht so recht wie ich mit dieser Entwicklung umgehen soll. Viele Alternativen bietet unser Landkreis leider nicht und daher werde ich nun erstmal gucken müssen ob es mit der Kollegin auch passt oder ob ein Wechsel nötig wird.

Trotz allem haben Tiffy und ich heute das wunderschöne Frühlingswetter genossen. Mit einigen fremden Hundebesitzern, die ich über eine Facebookgruppe kennen gerlernt hatte, trafen wir uns in einem schönen Waldgebiet hier in der Nähe und machten einen schönen, zweistündigen Spaziergang. Tiffy liebt es unter Hunden zu sein, auch wenn sie heute einen schlimmen Humpeltag hatte und deshalb nicht so gut mit den anderen mithalten konnte.

Sie erntete viel Mitleid von den anderen Hundebsitzern und von Passanten. Lies es sich aber trotzdem nicht nehmen zwischendurch den Turbo einzuschalten und an den anderen vorbei zu ziehen um zu zeigen was sie kann. Ausserdem versuchte die junge Bernersennen Hündin die uns begleitete Tiffy zu dominieren und für meine Prinzessin gibt es ja nichts schöneres als einem Junghund die Leviten zu lesen. Ein Tag an dem man Niemanden reglementiert hat ist quasi ein verlorener Tag.

Etwas beleidigt war sie wohl, als ein Schmetterling auf ihrem Rücken landete und ich sie deshalb auslachte, weil sie so trödelt, dass sie mit einem Baum verwechselt wird. Die anderen lächelten sie sehr mitleidig an, weil sie ja so ein armer Hund ist. Sie aber grinste mich an und fetzte mit Karacho an mir vorbei. Weil ich schließlich die lahme Ente bin und nicht sie.

Liebe Grüße,

Karen und Tiffy